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Augen auf beim Welpenkauf ( Züchter, Welpen, Theorie )

Augen auf beim Welpenkauf !

Maya v. Castra Regina, 7 Wochen

W e l p e
 
Ein guter Züchter stellt einmal das Interesse seines Hundes in den Vordergrund. Er bemüht sich, seine Welpen nur in gute Hände zu verkaufen. Er stellt seinerseits Fragen, um zu überprüfen, ob der Käufer des neuen Welpen ein neues Zuhause bieten kann. Niemals redet er andere Züchter schlecht oder macht Preisvergleiche und versucht dadurch euch einen Welpen aufzudrängen.
Achtet darauf, daß sich der Züchter nicht auf mehrere Rassen spezialisiert hat, außerdem sollte genug Platz für seine Hunde vorhanden sein. Die Hunde werden nicht nur im Zwinger gehalten, sie haben Familienkontakt und verhalten sich ihm gegenüber unbefangen und frei. Er besitzt eine überschaubare Zucht. Er züchtet nur mit gesunden Tieren die keine HD vorweisen und auch frei von anderen Erbkrankheiten sind.
Die Welpen machen einen munteren und aufgeweckten Eindruck, kommen neugierig auf euch zu und verkriechen sich nicht vor Angst in eine Ecke. Die Augen sind glänzend, haben auch keinen Ausfluß oder sind verklebt. Die Nasen sind frei von Verkrustungen. Die Ohren sind sauber. Das Fell ist glänzend und schuppenfrei. Die Bäuche sind nicht aufgebläht, was auf eine Verwurmung der Welpen hinweisen würde, sie sind auch nicht zu dünn, oder übermäßig dick. Der Afterbereich ist frei von Verklebungen und sie haben auch keinen Durchfall. Das Welpenlager ist sauber und geruchsfrei, sie haben eine Ecke wo sie sich lösen können, die ständig gereinigt wird. Natürlich brauchen sie auch einen großen Auslauf wo sie spielen und herumtoben können, genügend Spielzeug sollte auch vorhanden  sein.
Kauft niemals einen Welpen aus Mitleid oder weil er günstig angeboten wird, damit unterstützt Ihr nur die skrupellosen Machenschaften mancher Züchter und Hundehändler. Die danach anfallenden Tierarztkosten übersteigen meisten den „billigen Anschaffungspreis“ erheblich. Auch nach dem Kauf darf der Züchter das Interesse an seinen Welpen nicht verlieren, er steht dem neuen Besitze als Berater zur Verfügung.
 

Der Züchter

Als Züchter wird vorab einmal jeder bezeichnet, der einen Wurf im Hundestammbuch eintragen lässt. Um das zu werden, was man unter einem „Züchter“ versteht, braucht es aber schon etwas mehr.

Als erstes und wichtigstes braucht es Verantwortungsgefühl gegenüber dem Tier als Individuum, gegenüber der Rasse in bezug auf seriöse Aufzucht und kompetente Hilfe bei großen und kleinen Problemen. Wer gerne schnell das große Geld machen möchte, sollte die Finger von der Hundezucht lassen. Die Rechnung wird nicht aufgehen, denn entgegen oft anderslautender Meinung ist die seriöse Hundezucht ein sehr selten kostendeckendes Hobby. Die Investitionen z.B. in Ausstellungen, Deckgeld, Beherbergung und Aufzucht der Welpen sind beträchtlich. Tierarztkosten und Inserate kommen hinzu. Auch kann man nicht davon ausgehen, auf jeden Fall einen großen Wurf von sechs bis zehn Welpen zu erhalten. Oft sind es, besonders bei den kleineren Rassen, nur zwei oder drei, welche aber trotzdem die gleiche Aufmerksamkeit und Aufzucht erfordern und für ihr Gedeihen auch nötig haben. Ein seriöser Züchter weiß und akzeptiert dies. Er ist mit Leib und Seele Züchter und wird versuchen, seinen Weg trotz mancher Rückschläge zu gehen. Ein seriöser Züchter ist darum nie und nimmer mit einem Welpenvermehrer zu vergleichen.

Alleinstehende Berufstätige, wenn auch nur halbtags beschäftigt, sollten sich erst gar mit dem Gedanken einer Hundezucht befassen. Für eine trächtige Hündin und die Aufzucht der Welpen muss man rund um die Uhr verfügbar sein. Auch mit sechs Wochen Urlaub ist es nicht getan, denn die Welpen werden bei guten Züchtern erst ab der neunten Woche abgegeben.

Hundezucht ist ein Hobby, ja eine Passion. Es darf und soll mit dem züchterischen Erfolg auch persönliche Befriedigung zu verbinden.

T h e o r i e

Wer Hunde züchten will, der übernimmt eine gewisse Verantwortung gegenüber der Mutterhündin, den Welpen und den künftigen Welpenbesitzern im speziellen und gegenüber der Rasse im allgemeinen. Deshalb scheint die Forderung berechtigt, ein Züchter müsse etwas mehr von der Sache verstehen, auf die er sich einlässt. Ein Minimum an Grundkenntnissen ist darum unerlässlich!

Für denjenigen, der sich für Hunde interessiert, ist es selbstverständlich kein „müssen“, sich eingehend mit der Materie zu befassen. Wenn auch die einen oder anderen Vorgänge etwa aus dem Bereich der Genetik einen gewissen Aufwand erfordern, um verstanden zu werden, so sind es keine geheimnisumwitterten Mysterien. Es sind vielmehr klare Fakten, die kennen zu lernen spannend wie ein Krimi und deren Verständnis es uns ermöglicht, hinter die Kulissen und unseren Hunden unter den Pelz zu sehen.

Neben Kenntnissen über Haltung der Mutterhündin und des Deckrüden, die Aufzucht der Welpen, das Fortpflanzungsverhalten und die Abläufe bei Trächtigkeit und Geburt gehört auch das Wissen über Vererbungslehre und Zuchtmethoden zum Rüstzeug des Züchters.

Die Vererbungslehre offenbart, wie und in welchem Maße die Merkmale der Zuchtpartner an die Nachkommen weitergegeben werden. Diese Kenntnisse und das eingehende Analysieren der Eigenschaften, Vorzüge und Mängel der zur Verfügung stehenden Zuchthunde ermöglichen erst zu entscheiden, mit welchen Paarungen das züchterische Ziel erreicht werden kann, ob Inzucht, Linienzucht oder Fremdzucht die Mittel der Wahl sind, erwünschte Eigenschaften hervorzuheben und zu fixieren, unerwünschte auszumerzen oder neue Merkmale einfließen zu lassen.

Die Inzucht ist ein Verfahren, bei dem nächstverwandte Tiere miteinander gepaart werden. Sie dient dazu, vorhandene gute Eigenschaften hervorzuheben. Selbstverständlich werden auch unerwünschte Merkmale manifestiert, deshalb ist diese Methode nur dann geeignet, wenn die angepaarten Tiere bereits ein ausnehmend hohes Qualitätsniveau aufweisen oder wenn man ganz gezielt einzelne Merkmale herauszüchten will.

Beim Begriff „Inzucht“ verspüren viele Laien kalte Schauer, sie denken spontan an Inzuchtschäden und halten solches Tun für unnatürlich. Festzuhalten ist, dass Inzuchtschäden erst nach sehr vielen Generationen engster Zucht auftreten, dass es ein in der Natur absolut übliches und regelmäßig vorkommendes Phänomen ist und dabei durchaus ermöglicht, dass die Stärksten und Besten sich fortpflanzen.

Bei der Linienzucht werden Tiere angepaart, die auf bestimmte Vorfahren zurückgehen. Es dauert wesentlich länger, auf diese Weise bestimmte Eigenschaften herauszuzüchten, es kann aber auch misslingen, weil sich das Erbmaterial nach wenigen Generationen so vermischen und neu verteilen kann, dass die Nachkommen genetisch nur noch wenig mit den Ahnen gemeinsam haben. In diesem Fall ist die Linienzucht dann einer Fremdpaarung gleichzusetzen, bei dem die gepaarten Tiere keine verwandtschaftliche Beziehung haben.

Solchen Paarungen unterstellt man einen gewissen „Wundertüteneffekt“. Dies ist schon richtig, allerdings muss man auch solche Paarungen unter Berücksichtigung allen Wissens über die Partner planen, und mit Glück zum einen und züchterischem Fingerspitzengefühl zum anderen sind Nachkommen von bester Qualität durchaus kalkulierbar.

Um diese Qualität zu erhalten, wird man aber wieder auf die Inzucht zurückgreifen müssen. Nicht nur die möglichen Zuchtpartner sollten analysiert werden, sondern auch deren Ahnen. Nach Möglichkeit sollte man diese im Maßstab 1:1 in Augenschein nehmen. Die beste Gelegenheit dafür sind selbstverständlich die Ausstellungen, wo jeder einzelne Züchter und an der Zucht interessierte die Hunde selbst besichtigen, mit Erlaubnis des Besitzers anfassen und beurteilen kann. Allerdings bringt dieses Unterfangen nur dann züchterischen Nutzen, wenn man die Beurteilung so objektiv als möglich vornimmt, sich nur an den besten und nicht etwa an mittelmäßig gebauten Hunden orientiert und dank der Kenntnisse genetischer Gesetzmäßigkeiten einigermaßen zuverlässige Schätzungen für eventuelle Nachkommen anstellen kann.

Eine wertvolle Hilfe, um die Hunde und ihre verwandtschaftliche Beziehung zu durchleuchten, sind die Abstammungsurkunden.

Für jeden Welpen wird eine Abstammungsurkunde (Stammbaum) vom zuständigen Landesverband ausgestellt.

Auch wenn dieses Papier für manchen Hundebesitzer nicht von großer Bedeutung ist, besonders wenn er keine Ausstellung besucht oder nicht mit dem Hund züchten will, gehört es doch als Dokument zum Welpen. Auf der Abstammungsurkunde müssen die Rasse, der volle Name des Hundes, das Wurfdatum, das Geschlecht, die Haarart und Farbe, die im Stamm- oder Zuchtbuch eingetragene Nummer, eventuell die Tätowierungsnummer und der Züchter eingetragen sein. Jede Änderung der Besitzverhältnisse sollte nachgeführt werden.

Außerdem sind die Vater- und Mutterlinien bis mindestens zur dritten Generation aufgeführt. Es muss vermerkt sein, in welchem Stammbuch die Ahnen eingetragen sind (z.B. England, Schottland usw.) und welche und welche Ausstellungstitel sie erreicht haben. Neuerdings können auch in verschiedenen Ländern Gesundheitsbefunde aufgeführt werden.

Der britische Kennel-Club (KC) und der American Kennel Club (AKC) sind nicht Mitglieder der FCI, gelten aber als gleichwertige Organisationen. Die Abstammungsurkunden werden gegenseitig anerkannt.